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BGM-ROI einordnen: Kennzahlen und Reporting für HR

ROI im betrieblichen Gesundheitsmanagement einordnen: Welche Kennzahlen zählen, wie du ein Reporting aufbaust und wo die Grenzen der Auswertung liegen.

Herausgeber: FIT-UP · · 3 Min. Lesezeit

Auswertung von BGM-Kennzahlen und Wirtschaftlichkeitsberechnung auf einem Schreibtisch

Lohnt sich BGM? Diese Frage stellen Geschäftsführungen regelmäßig. Die Antwort liegt in den richtigen Kennzahlen. Dieser Artikel zeigt, welche KPIs den Erfolg von betrieblichem Gesundheitsmanagement tatsächlich abbilden – und warum der reine ROI nur ein Teil der Wahrheit ist.

Kurz zusammengefasst

  • Der klassische ROI greift im BGM oft zu kurz – weiche Faktoren wie Mitarbeiterzufriedenheit sind ebenso wichtig.
  • Teilnahmequoten, Fehlzeitenentwicklung und Mitarbeiterfeedback sind die wichtigsten KPIs.
  • Erste Kennzahlen lassen sich bereits nach 3–6 Monaten erheben.
  • Digitale Plattformen liefern automatisch anonymisierte Auswertungen.

Warum die ROI-Frage im BGM komplex ist

Der Return on Investment im BGM ist nicht so einfach zu berechnen wie bei einer Maschineninvestition. Gesundheit ist multifaktoriell – Fehlzeiten hängen von vielen Variablen ab, nicht nur von BGM-Maßnahmen. Saisonale Effekte, wirtschaftliche Lage und individuelle Lebensumstände spielen ebenfalls eine Rolle.

Das bedeutet nicht, dass BGM nicht messbar ist. Es bedeutet, dass Unternehmen die richtigen Kennzahlen wählen und realistische Erwartungen an den Zeitrahmen haben sollten. Kurzfristige ROI-Versprechen sind unseriös. Nachhaltige Effekte zeigen sich über 12–24 Monate.

Die wichtigsten BGM-Kennzahlen im Überblick

Folgende KPIs haben sich in der Praxis bewährt:

  • Teilnahmequote: Wie viel Prozent der Mitarbeitenden nutzen BGM-Angebote? Eine Quote über 30% gilt als gut.
  • Regelmäßige Nutzung: Nicht nur die Anmeldung zählt, sondern die kontinuierliche Teilnahme.
  • Mitarbeiterzufriedenheit: Regelmäßige Kurzumfragen zum Wohlbefinden und zur Zufriedenheit mit den Angeboten.
  • Fehlzeitenentwicklung: Veränderung der Krankheitstage über Zeit – idealerweise im Vergleich zu einer Baseline.
  • Fluktuation: Sinkt die Mitarbeiterfluktuation nach Einführung des BGM?
  • Net Promoter Score (NPS): Würden Mitarbeitende das BGM-Angebot weiterempfehlen?

Wichtig: Diese Kennzahlen sollten immer auf Gruppenebene erhoben werden, niemals auf Einzelpersonebene. Datenschutz hat Priorität.

Fehlzeiten als BGM-Kennzahl: Chancen und Grenzen

Fehlzeiten sind die am häufigsten genannte BGM-Kennzahl. Sie haben einen klaren Vorteil: Fehlzeiten lassen sich in Euro umrechnen. Ein Krankheitstag kostet ein Unternehmen je nach Branche und Position schätzungsweise zwischen 200 und 500 Euro.

Aber Vorsicht vor voreiligen Schlüssen:

  • Fehlzeiten schwanken saisonal und branchenabhängig.
  • Kurzzeitkrankheiten (1–3 Tage) haben andere Ursachen als Langzeitausfälle.
  • Eine Reduktion der Fehlzeiten kann viele Ursachen haben – BGM ist nur eine davon.
  • Präsentismus (krank zur Arbeit kommen) ist ein oft übersehenes Problem, das in Fehlzeitenstatistiken nicht auftaucht.

Fehlzeiten sind ein relevanter Indikator, aber kein alleiniger Beweis für BGM-Erfolg.

Weiche Faktoren: Die unterschätzte Seite des BGM-ROI

Neben harten Zahlen gibt es Effekte, die schwerer zu messen, aber nicht weniger wichtig sind:

  • Employer Branding: Unternehmen mit BGM-Angeboten werden als attraktivere Arbeitgeber wahrgenommen.
  • Unternehmenskultur: Gemeinsame Gesundheitsaktivitäten stärken den Zusammenhalt.
  • Produktivität: Gesündere, zufriedenere Mitarbeitende arbeiten produktiver – auch wenn das schwer in Zahlen zu fassen ist.
  • Führungskultur: Wenn Führungskräfte BGM aktiv unterstützen, strahlt das auf die gesamte Teamkultur aus.

Diese weichen Faktoren lassen sich über regelmäßige Mitarbeiterbefragungen und qualitatives Feedback erfassen. Mehr dazu auf unserer BGM-Plattform

So baust du ein BGM-Reporting auf

Ein gutes BGM-Reporting muss nicht komplex sein. Folgende Schritte helfen:

1. Baseline erheben: Vor dem Start des BGM die aktuelle Situation dokumentieren (Fehlzeiten, Zufriedenheit, vorhandene Angebote).

2. KPIs definieren: Maximal 5–6 Kennzahlen auswählen, die zum Unternehmen passen.

3. Rhythmus festlegen: Quartalsweise oder halbjährlich berichten.

4. Digitale Tools nutzen: Moderne BGM-Plattformen liefern anonymisierte Dashboards automatisch.

5. Ergebnisse kommunizieren: Nicht nur an die Geschäftsführung, sondern auch an die Mitarbeitenden – das steigert die Motivation.

Informiere dich über die Preise und Möglichkeiten: unserer Preisübersicht

Realistische Erwartungen setzen

Wer BGM einführt und nach 3 Monaten eine Halbierung der Fehlzeiten erwartet, wird enttäuscht. Realistische Timelines:

  • Nach 1–3 Monaten: Erste Teilnahmequoten und Feedback sichtbar.
  • Nach 6 Monaten: Trends bei Zufriedenheit und Engagement erkennbar.
  • Nach 12–24 Monaten: Belastbare Aussagen über Fehlzeitenentwicklung und Fluktuation möglich.

BGM ist eine langfristige Investition in die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Belegschaft. Der ROI kommt – aber er braucht Zeit.

Für wen ist das relevant?

Dieser Artikel richtet sich an Geschäftsführungen, Controlling, HR-Verantwortliche und BGM-Beauftragte, die den Wert von betrieblichem Gesundheitsmanagement belegen und kommunizieren müssen.

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