Ratgeber · Fehlzeiten
Fehlzeiten senken: Ursachen verstehen und wirksame Maßnahmen wählen
Krankheitsbedingte Fehlzeiten haben viele Ursachen – nicht alle davon beeinflusst ein Unternehmen. Dieser Ratgeber zeigt, wo betriebliche Maßnahmen ansetzen können und wie du die Entwicklung fair und datenschutzgerecht beobachtest.
Kurz beantwortet
Wie kann ein Unternehmen Fehlzeiten senken?
Fehlzeiten lassen sich nicht per Einzelaktion senken. Wirksam ist eine Kombination: Belastungen am Arbeitsplatz analysieren und verringern, präventive Angebote zu Bewegung, Rücken, Stress und Schlaf dauerhaft verfügbar machen, Führungskräfte einbinden und Rückkehr nach längerer Krankheit strukturiert begleiten. Die Entwicklung wird über längere Zeiträume und nur aggregiert betrachtet.
Ursachen: Was Fehlzeiten beeinflusst
Jährliche Auswertungen wie der Fehlzeitenreport des WIFO in Österreich oder der Fehlzeiten-Report des WIdO in Deutschland zeigen, dass Muskel-Skelett-Erkrankungen, Atemwegsinfekte und psychische Erkrankungen zu den wichtigsten Diagnosegruppen gehören. Saisonale Infektwellen schwanken stark und sind betrieblich kaum steuerbar.
Betrieblich beeinflussbar sind vor allem Arbeitsbedingungen, Führung, Arbeitsorganisation und der Zugang zu Präventionsangeboten.

Maßnahmen, die zusammengehören
Verhältnisse verbessern
Arbeitsplatzevaluierung bzw. Gefährdungsbeurteilung inklusive psychischer Belastungen, Ergonomie, planbare Schichten und realistische Arbeitsmengen.
Verhalten unterstützen
Dauerhafte Angebote zu Bewegung, Rückengesundheit, Stress, Schlaf und Ernährung – erreichbar für Büro-, Schicht- und Außendienst.
Rückkehr begleiten
In Deutschland ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement (§ 167 SGB IX) vorgeschrieben; in Österreich unterstützt fit2work Betriebe und Beschäftigte.
Fehlzeiten richtig messen
Vergleiche gleiche Zeiträume über mehrere Jahre, berücksichtige Infektwellen und Veränderungen in der Belegschaft und werte nur auf Unternehmens- oder großer Gruppenebene aus. Ein zeitlicher Zusammenhang zwischen BGM-Start und sinkenden Fehlzeiten beweist noch keine Wirkung.
- Fehlzeitenquote und Krankenstandstage je Beschäftigtem im Jahresvergleich
- Beteiligung an Präventionsangeboten als Frühindikator
- Ergebnisse von Befragungen zu Belastungen
- Keine Auswertung einzelner Personen oder kleiner Teams
Grenzen: Was das nicht ist
- Kein Ratgeber für den Umgang mit einzelnen Krankmeldungen oder arbeitsrechtliche Fragen.
- Krankenrückkehrgespräche mit Kontrollcharakter sind kein Bestandteil eines präventiven BGM.
- Prognosen zu konkreten Einsparungen sind ohne eigene Daten nicht seriös möglich.
Häufige Fragen
Welche Maßnahmen wirken am stärksten gegen Fehlzeiten?
Am meisten Aussicht auf Wirkung hat eine Kombination aus besseren Arbeitsbedingungen, dauerhaften Präventionsangeboten mit hoher Beteiligung und guter Führung. Einzelaktionen wie ein einmaliger Gesundheitstag reichen allein meist nicht aus.
Wie lange dauert es, bis sich Fehlzeiten verändern?
Veränderungen zeigen sich in der Regel erst über mehrere Jahre. Kurzfristig sind Beteiligung und Rückmeldungen der Mitarbeitenden die besseren Indikatoren.
Darf ich Fehlzeiten mit der Nutzung der BGM-App verknüpfen?
Nein, nicht auf Ebene einzelner Personen. Gesundheitsdaten und Fehlzeiten dürfen nicht personenbezogen zusammengeführt werden. Sinnvoll sind nur aggregierte Vergleiche auf Unternehmensebene.
Weiterlesen bei FIT-UP
Quellen
- WIFO: Fehlzeitenreport (Österreich, jährlich)
- WIdO: Fehlzeiten-Report (Deutschland, jährlich)
- § 167 SGB IX – Betriebliches Eingliederungsmanagement
- fit2work – Beratung für Betriebe in Österreich
Herausgegeben von der FIT-UP GmbH, Linz (Österreich) – Anbieterin einer Plattform für betriebliches Gesundheitsmanagement in Österreich und Deutschland. Zuletzt aktualisiert: 03.10.2026.
Prävention aufbauen, die genutzt wird
Wir zeigen dir, wie Plattform, Challenges und Gesundheitstage Beteiligung erzeugen und wie du sie aggregiert auswertest.