
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) werden oft synonym verwendet – dabei gibt es wichtige Unterschiede. Dieser Artikel erklärt, was BGF und BGM jeweils bedeuten, wo die Grenzen liegen und wie Unternehmen in Österreich und Deutschland beide Ansätze sinnvoll kombinieren.
Kurz zusammengefasst
- BGF umfasst einzelne Gesundheitsmaßnahmen. BGM ist der strategische Rahmen, der diese Maßnahmen steuert.
- In Österreich und Deutschland gibt es unterschiedliche gesetzliche Grundlagen und Förderungen.
- BGF ist ein guter Einstieg. Für nachhaltige Wirkung braucht es BGM als Gesamtstrategie.
- Digitale Lösungen ermöglichen sowohl gezielte BGF-Maßnahmen als auch ein umfassendes BGM.
BGF und BGM – eine Begriffsklärung
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) beschreibt konkrete Maßnahmen, die die Gesundheit der Mitarbeitenden fördern. Das können Bewegungsangebote, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, Stressmanagement-Workshops oder gesunde Kantinenangebote sein.
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist der übergeordnete strategische Rahmen. BGM umfasst die systematische Planung, Umsetzung und Evaluation aller gesundheitsbezogenen Maßnahmen im Unternehmen. BGF ist also ein Baustein innerhalb des BGM.
Einfach gesagt: BGF ist das ‚Was‘ (die konkreten Maßnahmen), BGM ist das ‚Wie‘ (die strategische Steuerung).
Gesetzliche Grundlagen in Österreich
In Österreich unterstützt die ÖGK Betriebe bei der Planung und Umsetzung von Gesundheitsförderung. BGF ergänzt den betrieblichen Arbeitsschutz um einen beteiligungsorientierten Gesundheitsprozess. Beratung und finanzielle Projektförderung sind getrennt zu betrachten; die Verfügbarkeit einzelner Programme muss aktuell geprüft werden.
Das BGF-Gütesiegel des Österreichischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung zeichnet Unternehmen aus, die BGF systematisch und nachhaltig umsetzen. Es kann ein wertvoller Nachweis für Employer Branding sein.
Gesetzliche Grundlagen in Deutschland
In Deutschland sind individuelle Prävention nach §20 SGB V und betriebliche Gesundheitsförderung nach §20b SGB V zu unterscheiden. Für geeignete Arbeitgeberleistungen zusätzlich zum Arbeitslohn kommt die Steuerbefreiung bis 600 Euro pro Beschäftigtem und Kalenderjahr nach §3 Nr. 34 EStG infrage. Das ist kein pauschaler Kassenzuschuss.
Wichtig: Diese steuerlichen Vorteile gelten für qualifizierte Maßnahmen. Nicht jedes Angebot ist automatisch förderfähig. Unternehmen sollten vorab prüfen, welche Maßnahmen anerkannt werden.
Für die Auswahl passender BGM-Maßnahmen lohnt sich ein Blick auf spezialisierte Plattformen wie FIT-UP: unserer BGM-Plattform
Praktische Beispiele für BGF-Maßnahmen
BGF-Maßnahmen lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen:
- Bewegung: Schrittchallenges, Rückenübungen am Arbeitsplatz, Firmensport
- Ernährung: Gesunde Snacks, Wasserstationen, Ernährungsvorträge
- Mentale Gesundheit: Achtsamkeitsübungen, Stressmanagement, Resilienz-Workshops
- Ergonomie: Höhenverstellbare Schreibtische, Bildschirmbrillen, ergonomische Beratung
- Soziales: Team-Events, Betriebsausflüge, Mentoring-Programme
Entscheidend ist nicht die Menge der Maßnahmen, sondern deren Passung zum Unternehmen und die tatsächliche Nutzung durch die Mitarbeitenden.
Wann reicht BGF – und wann braucht es BGM?
BGF als Einstieg ist sinnvoll, wenn ein Unternehmen noch keine systematische Gesundheitsarbeit betreibt. Einzelne Maßnahmen wie eine Schrittchallenge oder ein Rückenworkshop können schnell umgesetzt werden und zeigen erste Effekte.
BGM wird notwendig, wenn:
- Gesundheitsmaßnahmen dauerhaft wirken sollen
- Fehlzeiten systematisch reduziert werden sollen
- Gesundheit als strategisches Thema in der Unternehmensführung verankert werden soll
- Mehrere Maßnahmen koordiniert und evaluiert werden müssen
Der Übergang von BGF zu BGM ist fließend. Viele Unternehmen starten mit BGF und entwickeln daraus schrittweise ein BGM-System.
Digitale Lösungen für BGF und BGM
Digitale Plattformen machen es einfacher, sowohl einzelne BGF-Maßnahmen als auch ein umfassendes BGM umzusetzen. Vorteile:
- Alle Maßnahmen an einem Ort gebündelt
- Einfache Teilnahme über Smartphone oder Desktop
- Anonymisierte Auswertungen für das Management
- Skalierbar über alle Standorte hinweg
Ob einzelne Challenges oder ein komplettes BGM-Programm – digitale Lösungen passen sich an den Reifegrad des Unternehmens an. Informiere dich auf unserer BGM-Plattform über die Möglichkeiten.
Für wen ist das relevant?
Dieser Artikel richtet sich an HR-Verantwortliche, People-and-Culture-Teams und Geschäftsführungen in Österreich und Deutschland, die den Unterschied zwischen BGF und BGM verstehen und die richtige Strategie für ihr Unternehmen wählen möchten.